Immer mehr Paketsklaven

Paketservice

Die Last mit der Last

Einmal geklickt, schon geliefert. Die Lieferbranche wächst rasant – das kann sie aber nur, weil Boten für wenig Geld den Rücken krumm machen.

Süddeutsche

Es ist eigentlich nichts neues. Es wird immer mehr Personal benötigt in der Logistikbranche. Eigentlich eine hervorragende Situation, in der man bessere Arbeitsbedingungen einfordern kann. Das Gegenteil ist aber richtig: Die Bezahlung wird immer mieser und der Arbeitsdruck wächst.

Es wird Zeit, daß jeder nicht nur seine eigene Situation (und die Rechnungen, die man zuhaus zu begleichen hat) sieht, sondern wir uns als große Gruppe erkennen, die gebraucht wird und etwas durchsetzen kann.  Wir sollten nicht darauf warten, daß die Gewerkschaft es übernimmt, etwas zu dem Thema zu organisieren. Dann warten wir bis zum Stankt Nimmerleinstag.

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2 Kommentare zu Immer mehr Paketsklaven

  1. Es geht weiter: Expansion, mehr Personal, weiterer Druck auf die Arbeitsbedingungen:

    Die Deutsche Post will bis 2020 rund 100.000 neue Stellen schaffen.

    „Ich denke, dass sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen und die Mitarbeiterzahl weiter steigen wird“, sagte Konzernchef Frank Appel in einem Interview der „WirtschaftsWoche“ laut einer Vorabmeldung vom Donnerstag. „Wahrscheinlich haben wir bis 2020 eher 600.000 Mitarbeiter.“ Ende 2015 beschäftigte der Konzern weltweit rund 497.000 Menschen.

    Entstehen könnten die neuen Stellen auch durch den Ausbau des Paketgeschäfts in Europa. Der Bonner Konzern stellt seit einiger Zeit auch in Skandinavien und den baltischen Staaten zu, damit ist die Deutsche Post mittlerweile in 16 Ländern in Europa mit ihrem Paketgeschäft vertreten. „Wir haben noch mehr Länder auf unserem Plan“, sagte Appel. Die Post liefert angesichts des boomenden Online-Handels immer mehr Pakete aus.

    Reuters

  2. So sieht Outsourcing und Subunternehmertum in der Praxis aus:

    Bartosz Woźniak* gehört zu einer Gruppe polnischer Arbeiter, die nachts in dem Paketzentrum arbeiten. Zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens schwitzt er in der riesigen DHL-Halle. „Danach“, sagt er, „tut mein Arm so weh, dass ich kaum mehr ein Glas Wasser heben kann.“ Er spricht kaum Deutsch. Nur zwei Wörter, kann er perfekt aussprechen: „Aber schneller!“ Es sind die Worte, die er hört, wenn er seinen Chefs zu langsam ist.

    Woźniak ist nicht direkt bei DHL angestellt. Sein Gehalt zahlt die umstrittene Firmengruppe ISS aus Potsdam.
    (…)
    Bartosz Woźniak hat in Deutschland kein richtiges Zuhause. Die ISS-Gruppe bringt ihn und die anderen polnischen DHL-Arbeiter in Unterkünften im Berliner Umland unter. Zur Zeit leben mehrere DHL-Mitarbeiter in einem heruntergekommenen Hotelbau in Velten, nicht weit von Sommerfeld.
    (…)
    In einer weiteren Unterkunft im nahegelegenen Kremmen lebten Anfang des Jahres sogar vier Arbeiter in einem Zimmer. Sie aßen in den Betten, lebten aus ihren Taschen, denn für einen Esstisch oder einen Schrank war im Raum kein Platz.
    (…)
    Bis zu 270 Euro bucht die Firmengruppe ISS den Arbeitern für ihren Schlafplatz ab.

    Der komplette Pressebericht.

    DHL wäscht sich die Hände in Unschuld. Es handelt sich schließlich um eine eigenständige Firma.

    Eine Gewerkschaftspolitik, die sich um ihre Gewerkschaftsmitglieder und hauptsächlich um die Stammbelgschaft kümmert, ist nicht in der Lage die Ausweitung moderner Sklaverei zu beenden.

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