DHL Home Delivery – Outgesorct und ausgespuckt

Heute erhielten wir eine Nachricht von unseren Kollegen aus Bremen. Die GDA Betriebsgruppe teilte uns mit, daß die Niederlassung LC Bremen (Logistik-Center im Bremer GVZ) dichtgemacht wird.

Aushang

Das LC Bremen arbeitet ausschließlich für AMAZON. Amazon hatte einen Umsatz von Umsatz von 107Mrd. US-Dollar für das vergangangene Jahr angegeben. DHL ist weltweit das umsatzstärkste Logistikunternehmen.

Home Delivery wurde als DHL Billigheimer outgesourct. Verdi brach den Streik ab, bevor die Ausgliederung verhindert werden konnte. Dabei war genau das die Hauptforderung des Streiks.

Bei der Schließung des LC Bremen gibt sich Verdi überrascht. Die Billigarbeiter des Konzerns haben ihre Schuldigkeit getan. Und Tschüß.

Radio Bremen

GDA Betriebsgruppe

 

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7 Kommentare zu DHL Home Delivery – Outgesorct und ausgespuckt

  1. Im LC Bremen wurden vor nicht allzu langer Zeit Leiharbeiter eingestellt. Die wird man jetzt auch wieder problemlos los. Verdi interessiert sich nicht für sie, als wären es keine Arbeiter. Dabei tun sie genauso ihren Job und sorgen für die Profite von Amaozon und DHL.

    Aber die Gewerkschaft interessiert nur die Stammbelegschaft.

    • Hallo, da irrt ihr euch aber gewaltig. So richtig hat sich die Gewerkschaft Ver.di noch nie für die Beschäftigten im LC Bremen interessiert oder eingesetzt. Und jetzt, wo das LC Bremen Ende Januar 2017 geschlossen wird, hat die Ver.di noch genau Null Bock auf die Beschäftigten. Die Ver.di hat alles notwendige getan, um alles mögliche für sich aus dem LC Bremen herauszuholen, bestimmt aber nicht für die Beschäftigten. Die Ver.di hatte immer nur das Ziel vor Augen, so viel wie möglich neue Mitglieder für sich zu gewinnen. Die Ver.di schert sich einen Dreck um die gut 300 Beschäftigten!

  2. Stadtmusikant sagt:

    Bericht aus dem Herzen des Hurricans:

    Heute gab es eine „Infoveranstaltung“ von der Verdi für Mitglieder im Gerwerkschaftshaus.

    Die Erwartungen waren hoch, höher als von Verdi vermutet. Es fehlten Stühle, viele saßen auf den Tischen am Rande. Und dann kam ein gewaltiges Nichts. Thomas Warner, der viele Teilenehmer mit Namen ansprach, hatte nicht mehr zu bieten, als eine Rechtsberatung. Und die war noch sehr schlecht. Er hatte nichteinmal Ahnung davon, was auf einen genau zukommt bei Arbeitslosigkeit. Er war ungenau, manchmal danebenliegend und einschläfernd. Die absolute Härte war, daß er vorschlug, man solle sich Konzernintern weiterbewerben. Zum Einen wäre es Aufgabe der Gewerkschaft dafür zu sorgen, daß es eine Weiterbeschäftigung gibt, wenn noch Arbeitsplätze im Konzern vorhanden sind. Zum Anderen ist es eine absolute Frechheit, wenn er das empfiehlt, ohne darauf hinzuweisen, daß man mit diesem Anschlußvertrag seine Abfindung verspielt.

    Ich möchte an eines Erinnern: Die Opel Arbeiter in Bochum erhielten die höchste Abfindung bei einer Betriebsschließing in Deutschland jemals. Und wie kam das? Sie hatten gekämpft! Sie hatten in einem Wilden Streik (also auch gegen den Willen der Gewerkschaft) die Arbeit niedergelegt und den Betrieb besetzt. Der Konzern bekam Schiß vor dieser Belegschaft. Er versuchte sich mit einer riesigen Abfindung freizukaufen und für Ruhe zu sorgen.

    Und versuchte Thomas Warner die Belegschaft anzuregen einen Druck gegen DHL Delivery aufzbauen, um so zumindest einen etwas besseren Sozialplan auszuhandeln? Mitnichten! Er verhielt sich wie ein DHL Manager. Er will die Abwicklung scheinbar möglichst produktiv für Amazon und DHL durchziehen und die Belegschaft handzahm halten. Man hat gerade einen Riesenbatzen Leiharbeiter an Bord geholt. Man plant wohl, das Weihnachtsgeschäft für Amazon mitzumachen. Fast die Häfte der momentanen Belegschaft sind Leiharbeiter. Sie tun die gleiche Arbeit wie wir und sorgen für die tollen Bilanzen von Amazon und DHL. Es ist eine Frechheit, daß die Gewerkschaft in keinem Wort die K0llegen erwähnt hat, die über Überlassungsveträge im LC Bremen arbeiten. Die sind wohl nicht nur Menschen 2. Klasse aus der Position des Unternehmens, die Gewerkschaft sieht es scheinbar nicht anders. Die wird man einfach und kostenneutral los.

    Das Aushandeln des Sozialplans liegt, so beischrieb es Thomas Warner, in den Händen der Gewerkschaft und jetzt kommt es darauf an, wieviel Entgegenkommen der Arbeitgeber zeigt.

    Falscher kann man es nicht sehen. Aus den Verhandlungen kann nur etwas halbwegs vernünftiges herausspringen, wenn das Management die Gefahr sieht, daß die Verträge mit Amazon nicht erfüllt werden können, weil die Belegschaft nicht mehr mitspielt. Jetzt mal im Ernst, wofür sollen wir uns noch den Arsch aufreißen?? Daß DHL weitere 3 Milliarden Profit einstreicht? Wir haben nichts mehr zu verlieren. Und wir sollten auf keinen Fall unsere Leiharbeitskollegen vergessen. Das Management geht eh davon aus, daß ein Großteil von uns sich krank meldet. Deshalb ist es wichtig den Leiharbeitern klarzumachen, daß sie sich auf keinen Fall den Arsch aufreißen sollten. Die haben keine Chance vom LC übernommen zu werden. Sie sollten lieber eine möglichst ruhige Kugel schieben.

    Und Thomas Warner braucht schließlich keine Angst zu haben, irgendwann erwerbslos zu werden. Wenn seine Verdi pleite macht, wird ihn DHL oder der Arbeitgeberverband übernehmen.

  3. Aktuelle Meldung:

    „Wachsende Logistikbranche
    Deutsche Post verspricht 100.000 neue Jobs

    Forsche Ansage: Deutsche-Post-Chef Frank Appel sagt eine Steigerung der Zahl der Angestellten von 500.000 auf 600.000 in den kommenden Jahren voraus. Welche Jobs das sein sollen, lässt er offen.“
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-post-chef-frank-appel-verspricht-100-000-neue-jobs-a-1113616.html

    Im Klartext: Personal entlassen und zu mieseren Bedingungen erneut einstellten.

  4. Eine interessante aktuelle Meldung zum Thema findet man ausgerechnet in einem schweizer Forum. Das hat wohl damit zu tun, daß die Gewerkschaft Verdi Angst vor einer öffentlichen Diskussion ihrer Verhandlungsführung und der Ergebnisse hat.

    Es müßte jedem schließlich merkwürdig vorkommen, wenn eine Gewerkschaft noch nichteinmal versucht einen Protest zu organisieren, oder einen handfesten Arbeitskampf, mit dem man wahrlich eine andere Verhandlungsposition hätte. Dabei hätte sie ein leichtes Spiel gehabt. Nahezu die gesamte Belegschaft (mit Ausnahme der Leiharbeiter) ist bei verdi organisiert. Es wäre ein Leichtes gewesen die Belegschaft in einen Kampf zu führen, denn sie hatte nichts zu verlieren.

    Managemant, Betriebsrat und Gewerkschaft mauschelten hinter verschlossenen Türen. Die Veröffentlichung des Ergebnisses soll juristisch verfolgt werden. Na, dann mal viel Spaß mit der juristischen Verfolgung in der Alpenrepublik!

    Hier kann man sich ansehen, worum es geht:
    http://www.chefduzen.ch/viewtopic.php?f=26&p=3222&sid=edca5213cf55ecdd93308bfd2c71e86d#p3222

  5. Die Strategie, langjähriges Personal entlassen und Leute zu schlechteren Bedingungen neu einstellen, ist nicht sonderlich geheim.

    „Angetrieben durch den anhaltenden Boom im Onlinehandel hält Postchef Frank Appel einen massiven Ausbau von Arbeitsplätzen in seinem Unternehmen für möglich. Er könne sich gut vorstellen, dass in den kommenden Jahren weitere 100 000 Beschäftigte hinzukommen, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagsausgabe).

    Davon dürften vor allem Menschen mit geringer Ausbildung profitieren.“Durch die Digitalisierung kommen wir in einen neue spannende Phase“. In Deutschland beschäftigt die Post derzeit rund 209 000 Menschen und ist damit einer der größten Arbeitgeber. Weltweit sind es fast eine halbe Million.“

    http://www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/postchef-frank-appel-haelt-tausende-neue-jobs-bei-der-deutschen-post-fuer-moeglich-aid-1.6338601

  6. Ausschnitte aus einem Bericht, wie es mit der Transfergesellschaft lief:

    Das Ende und der Anfang

    Zunächst einmal betrachten wir die Transfergesellschaft an sich:
    Am Anfang gab es stumpfe Kurse wie man Bewerbungen schreibt, dann folgte der Vermittlungsversuch die TeilnehmerInnen nur als Praktikanten in den Betrieben einzusetzen.

    Die Agentur für Arbeit:
    Von der Agentur hatte niemand wirklich ernstgemeinte Hilfe erwartet. Keine großen Beratungsgespräche. Weiterbildungskurse oder Umschulungen wurden generell abgelehnt und stattdessen gab es haufenweise schriftliche Angebote und Aufforderungen über eine Leihfirma wieder in Arbeit zukommen. Auch direkte Jobangebote der Agentur für Arbeit verliefen ausschließlich über Zeitarbeitsfirmen.

    Die ehemaligen DHL Home Delivery MitarbeiterInnen:
    Während also kaum Verlass auf die Transfergesellschaft und der Agentur für Arbeit gegeben waren, bemühten sich die ehemaligen DHL Home Delivery MitarbeiterInnen selbst darum wieder in Arbeit zukommen. Das gute daran, gut 76 % sind tatsächlich wieder in Arbeit, die übrigen haben alters- oder krankheitsbedingt mit der Agentur für Arbeit Sonderkonditionen vereinbart. Das negative ist allerdings: „Alle Jobs sind nahezu auf maximal zwei (2) Jahre befristet. Einige der ehemaligen DHL Home Delivery MitarbeiterInnen sind tatsächlich wieder zur DHL ins Paketzentrum im GVZ Bremen zurückgekehrt, nachdem die Geschäftsführung diese angerufen hatte und nachfragte ob sie nicht ihren „alten“ Job wiederhaben möchten. Das diese natürlich zu wesentlich schlechteren Konditionen wieder eingestellt wurden sollte jedem klar sein. Ja, und ein Paar ehemalige Kolleginnen und Kollegen haben den Weg leider über eine Zeitarbeitsfirma wählen müssen, nachdem sämtliche Bewerbungsversuche fehlgeschlagen waren. Nahezu alle Jobs haben jedoch eines Gemeinsam: „Schlechte Bezahlung und Ausbeutung der Arbeitskraft“!

    Gewerkschaft Ver.di:
    Nun ja, von der Gewerkschaft Ver.di war eben sowenig zu erwarten wie von der Agentur für Arbeit. Kaum hatte die Ver.di die Verhandlungen mit der Geschäftsführung der DHL Home Delivery abgeschlossen, zog sie sich völlig zurück und beschäftigte sich mit anderen Aufgaben. Aus Sicht der Ver.di hatte diese ihre „Schuldigkeit“ gegenüber den MitarbeiterInnen der DHL Home Delivery genüge getan. Inzwischen sind viele der ehemaligen DHL Home Delivery – Ver.di Mitglieder aus der Gewerkschaft ausgetreten.

    https://gdabetriebsgruppe.netzwerkit.de/2017/10/22/das-ende-und-der-anfang/

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