So werden Löhne gedrückt

Was wir schon längst wissen und in diesem Blog gesagt haben, hat es in die großen Medien geschafft. Nach dem gut gemachten Beitrag „Deutsche Post am Limit“ im ZDF, griff selbst die BILD das Thema auf.

Es ist der Druck von Oben, der sich allein für die Gewinne der Aktionäre interessiert, der massiv und sehr bewußt nach unten weitergegeben wird. Das Auslagern, die Arbeit mit Sub-Sub-Unternehmen, denen am Ende die Schuld zugeschustert wird, falls die Skandalösen Bedingungen mal öffentlich werden, ist der billige Trick des Großkonzerns.

Gleich mehrere Briefzusteller berichten dem Filmautor von zunehmender Arbeitsbelastung und gesundheitlichen Problemen. Dass der Zeitdruck immer größer werde und das Pensum an manchen Tagen nicht zu schaffen sei, führen viele auf die Größe der Zustellbezirke zurück. Insider berichten, dass eine interne Software unter dem Kürzel IBIS den Effizienzdruck immer mehr steigere.

Auch im internationalen Frachtverkehr stößt Autor Arne Lorenz auf Missstände. Denn im Frachtgeschäft tobt ein gnadenloser Preiskampf. DHL-Freight ist eins der größten Logistik-Unternehmen weltweit. Im Auftrag von DHL-Freight leben und arbeiten Fahrer von osteuropäischen Subunternehmen zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen.

Überall wird gespart, die Post arbeitet am Limit. Gegenüber ihren Aktionären gibt sich die Deutsche Post dennoch als ehrgeiziger Player auf dem umkämpften Logistik-Markt. Der harte Kurs zahlt sich aus, tatsächlich steigen die Gewinne. Doch das Festhalten an hohen Gewinnzielen geht auf Kosten von Mitarbeitern und Kunden.

(ZDF)

Dieser TV Beitrag ist auch keineswegs von der Gewerkschaft angeschoben worden. Es haben sich andere an den kritischen Journalisten gewandt. Wir werden nicht müde zu wiederholen, daß diese Entwicklung auch von Verdi ermöglicht worden ist. Der Streik 2015 wandte sich gegen das Outsourcing und die Kollegen waren bereit für dieses Ziel weiterzukämpfen. Doch Verdi fiel ihnen in den Rücken und erkärte den Streik für beendet. Jetzt haben wir den Salat.

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3 Kommentare zu So werden Löhne gedrückt

  1. Es geht weiter.
    Journalisten berichten vorbildlich, doch es fehlt an einem praktischen Widerstand gegen die Mißstände. Die Osteuropäer sind schließlich nicht bei Verdi organisert. Da schaut man lieber weg.

    http://www.youtube.com/watch?v=AmRkuZXj9Q0

    • Und weiter und weiter…

      Ausbeutung bei DHL
      Wenn der Paketbote nicht klingelt

      Unzuverlässig, unpünktlich, unfreundlich: Immer wieder beschweren sich Kunden über falsche Zustellungen, fehlende Benachrichtigungen und das spurlose Verschwinden von Paketsendungen bei der Deutschen Post AG. Zuständig für das Paketgeschäft ist die Post-Tochter DHL.

      Frontal 21 hat mit Insidern gesprochen, viele Paketboten sind hoffnungslos überlastet. Ein Grund: Mit dem Boom im Online-Handel ist die Anzahl der Päckchen und Pakete rasant angestiegen, und es sollen noch mehr werden. Gleichzeitig sind die Arbeitsbedingungen teilweise so schlecht, dass Beschäftigte in großer Zahl kündigen. Das belegen Unterlagen, die „Frontal 21“ vorliegen. Mit der Auslagerung der Paketsparte in knapp 50 Einzelgesellschaften, den DHL Delivery GmbHs, verdienen viele Zusteller weniger als zuvor – und es fehlen Arbeitsmittel: Boten klagen über ihre Ausrüstung, fehlende Arbeitskleidung, schlecht gewartete Fahrzeuge. Auf der anderen Seite fährt der Konzern Deutsche Post DHL Group Rekordgewinne ein, 3,5 Milliarden Euro im letzten Jahr. Wie passt das zusammen?

      Frontal 21 deckt auf, mit welchen Tricks viele Boten versuchen, den Arbeitsalltag zu bewältigen – meistens zum Nachteil der Kunden. Anstatt direkt an der Haustür werden Pakete oft gleich beim Kiosk nebenan abgeliefert, auch wenn der keinen Vertrag mit DHL hat. Oder Pakete werden als „benachrichtigt“ markiert – ohne Zustellversuch. „Ich finde es empörend, wie in den Verteilzentren und bei der Zustellung gearbeitet wird, das schädigt den Ruf einer ganzen Branche“, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel, ehemals Vorsitzender des Ausschusses für Post und Telekommunikation.

      https://www.zdf.de/politik/frontal-21/frontal-21-vom-13-juni-2017-100.html

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