Scheißegalhaltung

Wenn Verdi nicht in der Lage oder nicht willens ist, die Arbeitsbedingungen auf einem auch nur erträglichen Niveau zu halten, wird sich die Unzufriedenheit andere Bahnen suchen.

Wir sind davon ausgegangen, daß es zu einer unabhängigen Organisierung kommt, doch das ist bisher nicht annähernd in dem Maße passiert, wie wir es erhofft haben.

Die Medien bringen regelmäßig neue Reportagen, wie Sklavenbedingungen zur Normalität bei den Paketdiensten geworden sind. Das gilt nicht nur für die Billigheimer, sondern genauso für die DHL. Die Reportagen haben weder an der Situation, noch an der Ignoranz der Gewerkschaft etwas geändert.

Die Fahrer suchen nun nach individuellen Lösungen mit ihren unwürdigen Lebensbedingungen umzugehen. Wenn man ihnen und ihrem Job keinerlei Respekt zeigt, dann regieren sie ebenso: Ihnen ist der Job scheißegal.

Es wird zu einem Massenphänomen, daß Pakete vom Personal geklaut werden. Sendungen, die nicht entgegegengenommen wurden, werden auch schonmal in den Graben gekippt. Es werden Aholkarten in den Briefschlitz geworfen ohne geklingelt zu haben und Pakete werden oftmals vor die Tür gelegt. Nicht nur vor die Wohnungstür, auch vor die Haustür. Von einem reibungslosen Funktionieren der Paketdienste kann nicht mehr die Rede sein.

Dies betrachten wir als Kampfformen in Zeiten, in denen es keinen organiserten kollektiven Kampf gibt. Diese Kampfformen mögen nicht schön sein, die Zustände in der Branche sind aber schon lange nicht mehr schön.

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Ein Kommentar zu Scheißegalhaltung

  1. Das mit den Paketlieferungen ist echt schlimm geworden. So geriet aktuell auch Amazon in heftige Kritik. Kunden die bei Amazon Vorbestellungen für CDs, DVDs und Blu ray Filme getätigt hatten, wurden am Erscheinungsdatum nicht beliefert. Kunden die sich bei Amazon beschwert hatten bekamen nur ungenügende Antworten. Zur Zeit ist es noch unklar, ob es an den Zustellern liegt oder ob das Auswirkungen der anhaltenden Streiks mit der Gewerkschaft Ver.di sind. Fakt ist aber: Immer häufiger werden die Liefertermine im Kundenbereich abgeändert und die Kunden müssen wesentlich länger auf ihre Artikel warten als normalerweise. Der Kundenservice von Amazon reagiert zur Zeit äußert empfindlich, wenn Kunden melden das ihre Ware nicht geliefert wurde. Amazon scheint mehr Probleme zu haben, als derzeit nach außen dringt!

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