Streikbrecher aus dem Innendienst

Nach Zusteller-Warnstreik

Innendienst-Mitarbeiter müssen DHL-Pakete ausliefern

Weil bei DHL Zusteller gestreikt haben, sind in Südhessen, im Rhein-Main-Gebiet und in Nordhessen zahlreiche Pakete liegen geblieben. Im Ausstand waren Mitarbeiter eines ausgegliederten Unternehmens. Um den Paketeberg zu bewältigen, greift DHL zu ungewöhnlichen Mitteln.

Nach den Warnstreiks zahlreicher Paketzusteller muss die DHL in den kommenden Tagen einen Paketeberg abbauen. „Die Kollegen sind heute mit sehr hohen Sendungsmengen unterwegs“, sagte DHL-Sprecher Thomas Kutsch am Mittwoch zu hessenschau.de.

Neben den üblichen Zustellern seien Kollegen aus dem Innendienst im Einsatz, die als Verstärkungskräfte fungierten. Bis inklusive Samstag sollten aber alle Sendungen bei den Kunden sein. Kutsch appellierte an die Verbraucher, Verständnis aufzubringen, wenn ein Paket auch mal einen Tag länger brauche.

Von dem Ausstand am Dienstagmorgen waren sieben Zentren im Dreieck Frankfurt-Wiesbaden-Darmstadt betroffen. In den Zustellbasen Darmstadt, Heppenheim, Frankfurt-Höchst, Hattersheim, Wiesbaden, Ginsheim-Gustavsburg und Weiterstadt blieben Pakete liegen.

Streit um Erfahrungsstufen und Monatsgehalt

In Darmstadt hatten sich die streikenden Beschäftigten zu einer Kundgebung versammelt. Laut der Gewerkschaft Verdi haben etwa 330 Beschäftigte an dem Warnstreik teilgenommen. Außerdem legten die knapp 130 Beschäftigten der DHL Delivery Kassel ihre Arbeit komplett nieder. Die Delivery-Beschäftigten fallen unter den Tarifvertrag des privaten Transport- und Verkehrsgewerbes Hessen und nicht mehr unter den Haustarifvertrag der Deutschen Post AG.

Hessenschau 14.11.2017

Über Streikbrecher hatte Jack London (*12. 01.1876, † 22. 11.1916) eine deutliche Meinung:

Der Streikbrecher

Nachdem Gott die Klapperschlange, die Kröte und den Vampir geschaffen hatte, blieb ihm noch etwas abscheuliche Substanz übrig, und daraus machte er einen Streikbrecher. Ein Streikbrecher ist ein aufrechtgehender Zweibeiner mit einer Korkenzieherseele, einem Sumpfhirn und einer Rückgratkombination aus Kleister und Gallert. Wo andere das Herz haben, trägt er eine Geschwulst räudiger Prinzipien. Wenn ein Streikbrecher die Straße entlang geht, wenden die Menschen ihm den Rücken, die Engel weinen im Himmel und selbst der Teufel schließt die Höllenpforte, um ihn nicht hineinzulassen. Kein Mensch hat das Recht, Streikbrecher zu halten, solange es einen Wassertümpel gibt, der tief genug ist, daß er sich darin ertränken kann oder solange es einen Strick gibt, der lang genug ist, um ein Gerippe daran aufzuhängen. Im Vergleich zu einem Streikbrecher besaß Judas Ischariot, nachdem er seinen Herrn verraten hatte, genügend Charakter, sich zu erhängen. Den hat ein Streikbrecher nicht. Esau verkaufte sein Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht. Judas Ischariot verriet seinen Heiland für 30 Silberlinge. Benedict Arnold verkaufte sein Land für das Versprechen, daß man ihm ein Offizierspatent in der britischen Armee geben würde. Der moderne Streikbrecher verkauft sein Geburtsrecht, sein Land, seine Frau, seine Kinder und seine Mitmenschen für ein unerfülltes Versprechen seines Trusts oder seiner Gesellschaft. Esau war ein Verräter an sich selbst. Judas Ischariot war ein Verräter an seinem Gott und Benedict Arnold war ein Verräter an seinem Land. Ein Streikbrecher ist ein Verräter an seinem Gott, seinem Land, seiner Familie und seiner Klasse!

 

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2 Kommentare zu Streikbrecher aus dem Innendienst

  1. Heinz Klunker sagt:

    Wenn es die Weisungsbefugnisse zulassen, dass Leute aus dem Innendienst auch Außendienst machen müssen, ist es nicht wirklich Streikbruch. Was bleibt ihnen anderes übrig?
    Idealerweise sind es Restbeamte gewesen, die genau ihre Rechte und Pflichten kennen, und dementsprechend „arbeiten“.
    Wenn sie allerdings auch streiken konnten, sind es in der Tat dreckige Streikbrecher.

  2. Urmel sagt:

    Egal wie es mit der rechtlichen Situation aussehen mag, es ist de facto Streikbruch.
    Man fällt streikenden Kollegen nicht in den Rücken. Wenn man nicht streiken „darf“, meldet man sich eben krank.

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