Arbeit bei der Post immer prekärer

Die Medien sind voll mit folgenden Informationen:

Die Gewinne der Post steigen unaufhörlich. Die Arbeitsbedingungen werden immer fürchterlicher. Der Arbeitsdruck und die Belastung wachsen. Die Belegschaft wird immer weiter gespalten und es gibt unterschiedlichste Entlohnung. Die Arbeit macht zunehmend krank.

Bei den über 50-Jährigen Zustellern und Zustellerinnen sind über 90 Prozent der Versicherten wegen Muskel- und Skelettbeschwerden in Behandlung.

Auch bei Krankenhausaufenthalten sind die Beschäftigten der Postunternehmen Spitzenreiter: Keine andere Berufsgruppe muss öfter stationär behandelt werden. Insgesamt 1,2 Tage verbringt jeder Zusteller im Schnitt im Krankenhaus.

wiwo 10.5.2018

 

Das Wirtschaftsmagazin Handelsblatt spricht Klartext:

Gewinn auf Kosten der Mitarbeiter

…ist die Anzahl der Pakete in den vergangenen vier Jahren je zwischen acht und zwölf Prozent gewachsen, während die Pakete schwerer geworden sind. Lag das Gewicht vorher im Schnitt bei acht bis neun Kilo, sind es heute 15 bis 16 Kilo pro Paket. Auch die Zustellbezirke hätten sich vergrößert, was die Kollegen zunehmend überfordere.

(…) Die dünne Personaldecke und die Befristungspraxis haben für sie System. Denn wer neu befristet wird, beginnt immer wieder in der Entgeltgruppe mit Stufe 0. Die Post spart sich so die Tarifsprünge, die für entfristete Mitarbeiter alle zwei Jahre fällig werden.

Nur so, sagt Dahlhaus, auf Kosten des Personals, könne Konzernchef Frank Appel sein ehrgeiziges Ziel erreichen, 2020 fünf Milliarden Euro operativen Gewinn einzufahren. 2017 lag der noch bei 3,74 Milliarden

 

Die Süddeutsche beurteilt die Unternehmenspolitik ebenfalls recht deutlch:

Die Endlos-Befristungen sind der eigentliche Skandal

Über Jahre hinweg werden Zusteller mit einem befristeten Arbeitsvertrag nach dem anderen hingehalten, manche laufen über ein halbes Jahr, manche gerade mal drei Monate. Mehr als 40 solcher Verträge haben einige Mitarbeiter inzwischen hinter sich. Ein Leben, gar eine Familie lässt sich darauf nicht aufbauen.

 

 

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