Deutsche Post will Paketzustellung mit Billigtochter Delivery zusammenlegen

Die Deutsche Post baut einem Bericht zufolge den Konzern um. Der Paketversand der Billigtochter Delivery soll demnach mit dem der Post AG fusioniert werden. Zahlreiche Arbeitsplätze gelten als gefährdet.

Profit!

Hintergrund der Fusion ist laut „Welt“ ein Sparprogramm von Postchef Frank Appel, der den Gewinn in der Brief- und Paketsparte um eine halbe Milliarde Euro erhöhen wolle.

Obige Zitate stammen aus diesem Spiegel Bericht.

Es geht nicht darum, Arbeitsplätze abzubauen. Es geht darum, mehr Kohle zu scheffeln. Die Post findet nicht genug Personal und wirbt überall mit ihren tollen Arbeitsplätzen und bietet sie an wie Sauerbier.

Die Profitsteigerung will man damit erreichen, indem man den Leuten noch mehr Arbeit aufdrückt. Das gilt für die Verwaltung genauso wie für die Zustellung. Dabei ist bei letzterer schon längst das Ende der Fahnenstange erreicht. Wenn man die Beschäftigten nicht mehr härter arbeiten lassen kann, kann man sie jedoch schlechter bezahlen. In dem Spiegelbericht spricht man von „unterschiedlichen Arbeits- und Lohnwelten“, „Aushöhlung der Tarifverträge“ und „verdeckter Leiharbeit“.

Von Verdi erwarten wir vollmundige Parolen, Theaterdonner, Scheinkämpfe und am Ende einen faulen Kompromiß.  Mit einem Gegner wie Verdi hat Frank Appel es leicht, seine Ziele zu verwirklichen. Die Frage bleibt, ob wir da mitspielen…

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4 Kommentare zu Deutsche Post will Paketzustellung mit Billigtochter Delivery zusammenlegen

  1. Postfrosch sagt:

    Streiken ohne Streikgeld? Ohne rechtlich gesicherte Grundlage soll heißen ohne Gewerkschaft wie soll das gehen. Wenn Verdi jetzt wieder enttäuscht steigen wohl mehr aus als 2015. Dpv ist eh nicht für voll zu nehmen.

  2. In vielen Ländern gibt es kein Streikgeld, gestreikt wird trotzdem.

    Es gibt aber mehr Möglichkeiten, den Betrieb zu verlangsamen oder auch völlig lahmzulegen. Ganz ohne Streik.

    Auch darüber sollte man nachdenken.

  3. „Es ist ungewöhnlich still. Häufig sind Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeber mit lautstarken Forderungen verbunden. Doch von den Gesprächen zwischen der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) und der Deutschen Post dringt derzeit wenig nach draußen. “ https://www.rundschau-online.de/wirtschaft/stille-debatte-post-und-verdi-verhandeln-bessere-bedingungen-fuer-paketzusteller-32132016

    Ich habe vor einigen Tagen mit einem Verdi Sekretär geredet, ein vernünftiger Kerl und kritischer Geist.

    Er sagte, die Rückführung der Billigtochte Delivery käme relativ überraschend. Es soll nun die gleichen Löhne geben. Soweit man es im Moment absehen kann, verschiebt sich bei der Bezahlung einiges. Bei Home Delivery war es unruhiger geworden und um den Laden nicht durcheinanderzubringen, haben viele Beschäftigte höhere Zulagen bekommen, womit ihr Lohn an den der regulären DHL Beschäftigten heranreichte. Für diejenigen steigt nun der Grundlohn, einige Zulagen fallen wohl weg. Am Ende bleibt es für eingige etwa gleich. Niemand soll weniger bekommen als zuvor. Für einige dürfte die neue Situation ein finanzieller Sprung nach vorn sein.

    Der Sekretär sagte, es sei schwer abzuschätzen, wieso es zu diesem überraschenden Schritt gekommen ist. Seiner Meinung nach, lag es daran, daß es zur Zeit kaum möglich ist, ausreichend Personal zu rekrutieren bei wachsenden Aufträgen. Gleichzeitig hätte sich eine gewisse Renitenz unter den Home Delivery Leuten entwickelt und man fürchtete wohl eine besondere Bereitschaft zum Arbeitskampf. Es gab in dem Bereich wohl auch einige sehr engagierte Betriebsräte, die auch wirklich auf Seiten der Kollegen standen.

    Nach der Umstrukturierung soll der Konzern sich etwa 100 Betriebsräten entledigt haben.

    Soweit die Infos, die ich im Gespräch aufgeschnappt habe.

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